Gedanken zum Mitnehmen: Aus einem Video von Wolfgang Reichl-Furthner — über den Menschen, den du nicht loswirst. → Zu den 4 Schritten

Umgang mit schwierigen Menschen

Eine Schwiegertochter, ein Prokurist, ein Vertriebsexperte, ein Mobbingopfer — und ein einziges Codewort.

Vier Menschen, die an jemandem fast zerbrochen sind, den sie nicht loswurden. Und eine kleine, stille Handlung, die bei allen vier dasselbe verändert hat. Sie kostet nichts, niemand hört sie — und sie beginnt nicht beim anderen, sondern bei dir.

Die 4 Schritte ansehen →
Lesezeit ~6 Minuten · Mentaltraining-Klartext, kein Ratgeber-Sprech
Wolfgang Reichl-Furthner — Mentaltrainer, freundlich lächelnd
20 Jahre
Streit mit der Schwiegermutter — bis ein stilles Wort alles drehte
1 Wort
gedanklich, niemand hört es — und es verändert die Begegnung
5 Freunde
aus dem unmöglichsten Kunden wurde einer der engsten
Schau es dir selbst an

Vier Geschichten — aus Wolfgangs Mund.

Knapp eine halbe Stunde Mentaltraining-Klartext: die Schwiegertochter, der Vertriebsexperte, der Prokurist und das Mobbingopfer — und das eine Codewort, das bei allen vier dasselbe verändert hat.

Das Video in 4 Kernaussagen

  • 1.Du kannst schwierige Menschen nicht ändern — nur deine innere Haltung zu ihnen. Und genau dort beginnt die Veränderung.
  • 2.Eine Teilnehmerin: 20 Jahre Streit mit der Schwiegermutter im selben Haus — heute trinken sie gemeinsam Kaffee.
  • 3.Das Codewort ist eine stille innere Handlung: dem anderen das Beste wünschen. Du darfst grantig anfangen.
  • 4.„Alles, was du aussendest, kommt wieder zurück." Aus dem unmöglichsten Kunden wurde nach Jahren einer der besten Freunde.
Vielleicht kennst du so einen Menschen

Es gibt diesen einen, der dich fix und fertig macht.

Nicht irgendwer im Vorbeigehen. Jemand, der bleibt — in der Familie, im Job, im Alltag. Du kommst ihm nicht aus, und mit jedem Mal wird der Ärger größer. Vielleicht ist einer dieser Sätze deiner.

Familie
„Die Schwiegermutter wohnt unter uns — und macht mich seit Jahren wahnsinnig. Loswerden kann ich sie nicht."
Arbeitsplatz
„Mein Chef hat mich auf dem Kieker. Ich brauche den Job — aber jeden Morgen krampft sich was zusammen."
Geschäft
„Mein wichtigster Kunde ist ein Vollkoffer. Ich muss freundlich sein, obwohl er mich auf 180 bringt."
Team
„In Besprechungen wird's laut wie im Kindergarten. Ich haue auf den Tisch, um Ruhe zu schaffen — und fühl mich schlecht, weil ich das tue."
Nachbarschaft
„Wegen jeder Kleinigkeit Streit. Der Rasen, der Lärm, das Auto. Ich grüße schon mit zusammengebissenen Zähnen."
Die Wahrheit darunter
„Vielleicht liegt es gar nicht nur an ihm — sondern auch daran, wie ich über ihn denke." Genau hier fängt es an.
Wolfgang Reichl-Furthner — Mentaltrainer, Porträt
Eine Geschichte aus dem Seminar

20 Jahre Streit — und dann gemeinsamer Kaffee.

Eine Teilnehmerin saß in Wolfgangs Seminar und sagte: „Bei meiner Schwiegermutter geht das nicht." Sie lebten im selben Haus — die Schwiegermutter unten, die Familie oben. 20 Jahre Streit. Die Kinder durften nicht auf den Rasen, ständig Reibung, fast täglich Zores.

Wolfgang gab ihr eine einzige, stille Aufgabe — eine kleine innere Handlung, jedes Mal, wenn sie an die Schwiegermutter dachte oder ihr begegnete. (Was genau, dazu gleich — es ist simpler, als du denkst.) Sie protestierte sofort: „Bei der? Niemals." Wolfgang: „Fang ruhig grantig an. Genau so darf es sein. Das reicht."

„Heute trinken wir gemeinsam Kaffee. Warum hat uns das vor 20 Jahren keiner gesagt?"

— die Teilnehmerin, beim Folgeseminar, unter Tränen

Sie weinte, als sie es erzählte. Nicht aus Trauer über die Schwiegermutter — sondern über die verlorene Zeit. 20 Jahre Zorn, die die ganze Familie mitgetragen hat, hätten anders laufen können. Das ist der Preis, den der Dauerkonflikt still kassiert: nicht nur deine Nerven, sondern Jahre.

Warum „der soll sich ändern" nie funktioniert

Du kannst den anderen nicht umbauen. Nur dich.

Es fühlt sich gerecht an, auf die Veränderung des anderen zu warten. Aber es ist die Sackgasse, in der so viele jahrelang feststecken. Die Bewegung beginnt woanders.

Der Weg, der nicht weiterführt
„Erst muss er sich ändern."
  • Du wartest auf etwas, das du nicht steuern kannst
  • Jede Begegnung lädt den alten Groll wieder auf
  • Du hältst innerlich den Ärger am Kochen — den ganzen Tag
  • Nichts ändert sich. Außer dass du müder wirst
Der Weg, der etwas bewegt
„Ich fange bei mir an."
  • Du wünschst ihm innerlich das Beste — still, für dich
  • Du nimmst die Verantwortung für dein Inneres zurück
  • Deine Haltung verändert sich — und damit oft die Begegnung
  • „Alles, was du aussendest, kommt wieder zurück."
Jetzt das Codewort — und ja, es schreckt zuerst ab

Vergiss die Kirche. Denk an eine leere Schmuckschatulle.

Das Codewort lautet: segnen. Und genau hier steigen viele aus — zu kirchlich, zu fromm. Ein Trainerkollege sagte zu Wolfgang dasselbe: „Damit kann ich nichts anfangen." Wolfgang antwortete mit einem Bild, das hängen bleibt — und das Wort verliert sofort seinen Beigeschmack.

„Stell dir eine leere Schmuckschatulle vor. Was würdest du einem Menschen wünschen, den du absolut liebst? Freude, Glück, Gesundheit, ein schönes Leben. Wirf alles hinein, mach sie zu — und genau das steht auf dem Deckel: ein Segen."

— Wolfgang Reichl-Furthner

Mit Kirche hat das wenig zu tun. In seiner Ursprungsbedeutung heißt „segnen" schlicht: einem anderen das Beste vom Besten wünschen. Es ist die wohlwollendste Energie, die du einem Menschen schenken kannst — und das Verrückte ist: Du schenkst sie zuerst dir selbst.

Der Weg raus

Vier Schritte, um einen schwierigen Menschen nicht mehr gegen dich zu haben.

Kein Trick, kein Schalter. Vier nüchterne Bewegungen — und die Bereitschaft, sie zu wiederholen, bis du es ehrlich meinst.

SCHRITT 1
Den Schwierigsten wählen
Nimm bewusst den, mit dem du am meisten haderst — nicht den Bequemsten. „Probier es genau bei den Menschen aus, wo du die meisten Schwierigkeiten hast." Dort ist der Hebel am größten.
SCHRITT 2
Wünsch ihm das Beste — auch widerwillig
Jedes Mal, wenn du an ihn denkst oder ihn siehst: „Ich segne dich." Am Anfang darf es grantig sein. „Du fängst grantig an: ‚Ich segne dich, du Trottel.'" Wertschätzung kommt später — fang einfach an.
SCHRITT 3
Dranbleiben, bis es kippt
Je öfter du es denkst, desto weicher wird es. „Desto seltener musst du ‚du Trottel' dazusagen." Aus „…du Trottel" wird „ich segne dich heute" wird „ich segne dich". Wiederholung ist die ganze Arbeit.
SCHRITT 4
Der besondere Tag
„Irgendwann kommt dieser eine Tag, an dem du es zum ersten Mal ehrlich meinst — von innen, aus deinem Herzen." Genau dann verändert sich etwas — beim anderen und in dir.
Schritt 2 in der Praxis

Wie aus „du Luder" mit der Zeit echte Wertschätzung wird.

Du musst nicht heute schon liebevoll sein. Such dir die Zeile, die zu deiner Situation passt — und fang in der mittleren Spalte an. Die rechte kommt von selbst, wenn du dranbleibst.

Wer dich fertigmacht Der grantige Start 😤 Wohin es sich entwickelt 🤝
Schwiegermutter„Ich segne dich, du Luder."„Ich segne dich." → gemeinsamer Kaffee statt 20 Jahre Streit.
Der Chef„Ich segne dich, auch wenn du mich mobbst."„Ich segne dich." → du gehst ruhiger rein, der Druck verliert seine Macht.
Wichtiger Kunde„Ich segne dich, du Vollkoffer."„Ich segne dich." → aus dem Unmöglichsten wurde ein enger Freund.
Streitende im Team„Ich segne euch alle, der Reihe nach."Stille statt Tischhauen — bis beim Letzten Ruhe im Raum ist.
Der Nachbar„Ich segne dich, du Streithammel."„Ich segne dich." → der nächste Gruß ist plötzlich echt.
Ein Familienmitglied„Ich segne dich, auch wenn's grad schwerfällt."„Ich segne dich." → der alte Groll wird leiser.
Die Ex / sein Anhang„Ich segne dich — zähneknirschend."„Ich segne dich." → du gibst ihr keine Macht mehr über deinen Tag.
Du selbst„Ich segne mich, obwohl ich mich oft ärgere."„Ich segne mich." → du fängst den Tag nicht mehr im Groll an.

Niemand hört dieses Wort. Es passiert ganz still in dir — und verändert trotzdem, was draußen passiert.

Was du dich jetzt vielleicht fragst

Die ehrlichen Fragen — ehrlich beantwortet.

Heißt das, ich soll sein Verhalten gutheißen?
Nein. Es geht nicht darum, Grenzüberschreitungen zu entschuldigen oder alles hinzunehmen. Es geht darum, dem anderen innerlich das Beste zu wünschen, statt täglich Ärger und Zorn in dir hochzufahren. Klare Grenzen darfst du trotzdem ziehen — nur eben aus Ruhe statt aus Groll.
Ist das nicht einfach Religion oder Esoterik?
Mit Kirche hat es wenig zu tun. Schaut man das Wort „Segen" in seiner Ursprungsbedeutung an, ging es immer darum, einem anderen das Beste vom Besten zu wünschen. Wolfgang erklärt es mit der leeren Schmuckschatulle: Wirf alles hinein, was du einem geliebten Menschen wünschst, mach sie zu — und genau das steht auf dem Deckel. Ein Segen. Mehr nicht.
Was, wenn ich es am Anfang gar nicht ehrlich meine?
Das ist normal und sogar erlaubt. Du darfst grantig anfangen: „Ich segne dich, du Trottel." Je öfter du es denkst, desto seltener brauchst du den Zusatz. Aus „…du Trottel" wird „ich segne dich heute", wird „ich segne dich". Irgendwann kommt der eine Tag, an dem du es zum ersten Mal wirklich von Herzen meinst — und genau dann beginnt sich etwas zu verändern.
Aber der andere müsste sich doch ändern, nicht ich?
Dieser Wunsch ist verständlich — und führt selten irgendwohin, weil du andere nicht steuern kannst. „Es hat mit den anderen gar nichts zu tun. Wenn du etwas ändern willst, musst du bei dir anfangen." Sobald sich deine innere Haltung ändert, verändert sich oft auch die Begegnung. Aus dem unmöglichsten Kunden eines Teilnehmers wurde nach Jahren einer seiner fünf besten Freunde.
Wie lange dauert das?
Sehr unterschiedlich. Bei manchen sind es Wochen, bei anderen Monate. Wolfgang hat einen Menschen fünf Jahre lang täglich in sein Segnungsritual aufgenommen, bis es sich auszahlte. Entscheidend ist nicht die Geschwindigkeit, sondern die Hartnäckigkeit — und dass du dranbleibst, bis du es ehrlich meinst.
Hinweis zur Einordnung
Diese Seite beschreibt Mentaltraining — Training für gesunde Menschen, die an ihren Mustern und Beziehungen arbeiten wollen. Es ist keine Therapie und ersetzt kein ärztliches oder psychotherapeutisches Gespräch. Wenn dich eine Beziehung oder seelische Schwere über längere Zeit nicht loslässt, sprich bitte zuerst mit Hausarzt, Psychotherapeut:in oder einer Beratungsstelle.
Drei Wege weiter

Wenn du nicht allein weiterprobieren willst.

Die Idee ist schnell verstanden. Dranbleiben, bis es ehrlich wird, ist die eigentliche Arbeit. Genau dafür gibt es drei Wege, je nachdem, wie nah du rangehen willst.

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Wolfgang Reichl-Furthner — Mentaltrainer
Wer steht dahinter

Wolfgang Reichl-Furthner — seit 20 Jahren Mentaltrainer.

30 Jahre Erwachsenenbildung. 20 Jahre Mentaltrainer. 350+ ausgebildete Diplom-Mentaltrainer:innen seit 2007. Keynote-Speaker, Inhaber des RE-agieren Instituts für Mentaltraining.

Das Segnen hat er bei seinem Lehrer Tepperwein entdeckt — und es entzaubert: nach innen gerichtete Arbeit plus die Wissenschaft dahinter, statt reiner Esoterik. „Glaub mir gar nichts. Tu es einfach, teste es, probier es aus dem tiefsten Inneren aus."

350+ Dipl. Mentaltrainer:innen Seit 2007 Österreich

Du musst diesen Menschen nicht weiter gegen dich haben.

„Wenn du etwas ändern willst, musst du bei dir anfangen." Wenn du den Schritt nicht alleine gehen willst, schau dir die Mentaltrainer-Ausbildung an: der Weg, mit dem Wolfgang seit 2007 Menschen zeigt, wie sie selbst die schwersten Beziehungen wandeln.

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350+ Diplom-Mentaltrainer:innen seit 2007