Webinar-Mitschnitt: Aus der Mentaltrainer-Ausbildung — frei zugänglich. → Direkt zum Video
Wolfgang Reichl-Furthner · Webinar-Auszug

Wann hat dir das letzte Mal jemand wirklich zugehört?

Nicht so nebenbei. Nicht mit dem Handy in der Hand. Sondern so, dass du gespürt hast: Der ist gerade ganz da. Und gleich die ehrliche zweite Frage: Wann hast du es das letzte Mal jemand anderem getan?

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~30 Minuten · Webinar-Mitschnitt · Frei zugänglich
Wolfgang Reichl-Furthner — Hinhören, präsent, wohlwollend
93 %
jedes Gesprächs läuft nicht über Worte¹
3
Fallen, in die Zuhörer tappen
1
Entscheidung — heute Abend
Vielleicht kennst du das

Du redest — und merkst, der andere ist gar nicht mehr da.

Wolfgang sagt es offen: Er war über Jahre selbst der, dessen Kopf längst bei der Antwort war, während der andere noch redete. Bis er bei der Wüstenrot seinen Chef zum Schreien brachte — den ersten Schreier im Haus seit 1996. Vielleicht erkennst du dich in einem der Sätze wieder.

Im Gespräch
Du fragst noch einmal nach — und merkst: Was die andere Person gerade gesagt hat, kannst du gar nicht wiederholen.
Im Job
Klient:innen, Kund:innen, Patient:innen — sie öffnen sich nicht wirklich. Das Gespräch bleibt an der Oberfläche.
Mit Kindern
Du erklärst eine Stunde lang. Sie blocken ab. Erst wenn du sie in den Arm nimmst, hört der Streit auf.
In Beziehung
Ihr habt gerade geredet. Trotzdem sagt der andere: „Du hörst mir gar nicht mehr richtig zu."
Am Mittagstisch
Das Handy klingelt. Jemand springt auf, rennt aus dem Raum. Wer ist gerade wichtiger gewesen — das Telefon oder du?
Beim Reden
Die Lippen des anderen bewegen sich schon, während du noch sprichst. Worte kommen an wie leises Rauschen im Hintergrund.
Wolfgang Reichl-Furthner — nachdenklich
Wolfgangs Lehrstunde bei der Wüstenrot

„Ich war der Erste, der meinen Chef zum Schreien gebracht hat. Seit 1996."

Wöchentliches Abteilungsmeeting bei der Wüstenrot. Der Chef berichtet, was gerade vom Vorstand geplant wurde zu entscheiden. Wolfgang ist mit seiner Antwort schon längst fertig, bevor sein Chef ausgeredet hat. Springt los, redet drüber, „die kennen sich nicht aus oben".

Sein Chef — bekannt als unglaublich ruhiger Mensch — atmet ein, lässt einen Schrei los: „Sind Sie mal ruhig!" Stille. Sein Chef atmet durch und spricht dann ganz ruhig weiter: „Aufgrund unserer diversen Argumentationen wurde vom Vorstand erkannt, dass das nicht der richtige Weg wäre — und so wurde dann doch in unserem Sinne entschieden."

„Und dann hätte ich mich am liebsten durch den Boden gegraben. Hätte ich hingehört, hätte ich es gewusst. Hatte ich aber nicht."

— Wolfgang Reichl-Furthner

Wolfgang ging sogleich nach der Besprechung zum Chef ins Büro. Der hat gegrinst und gesagt: „Sie haben jetzt was draus gelernt." Wolfgang hat draus gelernt. Genau aus dieser Stunde — und vielen anderen danach — daraus ist geworden, was er heute über Hinhören weiß.

Das ganze Webinar

~30 Minuten — und du verstehst, warum es so teuer ist, nicht richtig hinzuhören.

Mitschnitt aus dem Webinar der Mentaltrainer-Ausbildung. Wolfgang zeigt: die drei Fallen, in die wir alle tappen. Die drei Qualitäten, die echtes Hinhören ausmachen. Und eine Mini-Übung, die du heute Abend ausprobieren kannst.

Was beim Zuhören wirklich passiert

Zuhören ist Autopilot. Der spart Energie — und kostet Verbindung.

„Beim Zuhören läuft das Gehirn auf Autopilot. Energiesparen. Da tut das Gehirn nicht weh." Wolfgang nennt drei Fallen, in die wir alle täglich tappen. Wer sie kennt, kann sich aktiv für etwas anderes entscheiden.

Zuhören (Autopilot)
Was beim Zuhören passiert
  • Du empfängst Worte — aber nicht den Menschen dahinter
  • Dein Kopf ist schon beim Vorher, Nachher, Dort, Da
  • Die Lippen bewegen sich, weil du gleich antworten willst
  • Worte kommen an wie leises Rauschen im Hintergrund
  • Die Emotion dahinter bleibt ungehört
Hinhören (Entscheidung)
Was beim Hinhören passiert
  • Du empfängst den Menschen — und dann erst die Worte
  • Du nimmst wahr, welche Emotion gerade mitschwingt
  • Du spürst, wenn die Worte sagen „alles gut" und der Körper etwas anderes
  • Du gibst jemandem das Gefühl: du bist wichtig, du bist gesehen
  • Du wirst ruhig — und der andere mit dir
Die drei Fallen — und die drei Qualitäten

Drei Stolpersteine. Drei Entscheidungen. So fängt es an.

Wolfgang im O-Ton: „Hinhören ist kein Talent. Es ist eine Entscheidung." Und Entscheidungen kann man trainieren. Erst die Fallen erkennen — dann die Qualitäten kultivieren.

DIE 3 FALLEN — die das Hinhören verhindern

FALLE 1
Die Antwortfalle
Du denkst bereits, was du gleich sagen wirst. Der andere ist noch beim Reden — du bist beim Formulieren. „Du hackst zu früh dort ein, wo vielleicht gar kein Platz ist."
FALLE 2
Die Bewertungsfalle
Selektive Wahrnehmung. Deine eigene Brille filtert, was überhaupt durchkommt. Was nicht in deine Welt passt, hörst du nicht. Besonders teuer, wenn du beruflich mit Menschen arbeitest.
FALLE 3
Die Ablenkungsfalle
Handy in der Hand. Gedankenlärm im Kopf. Innere Unruhe. Das Telefon klingelt — und du springst auf. „Wer ist gerade wichtiger? Das Telefon oder der Mensch vor dir?"

DIE 3 QUALITÄTEN — die echtes Hinhören ausmachen

QUALITÄT 1
Offen
Ohne Urteile. Ohne vorzeitige Schlüsse. „Wir wissen oft gar nicht, was hinter etwas wirklich los ist — und entscheiden trotzdem schon, bevor der andere ausgeredet hat."
QUALITÄT 2
Empfangsbereit
Willig, hinzuhören. Das ist die Entscheidung. „Wenn du es nicht tust, hast du entschieden, dass du es nicht tust. Und dann ist der andere für dich gerade nicht so viel wert. Das schmeckt nicht — aber es ist ehrlich."
QUALITÄT 3
Wohlwollend
Dem anderen wirklich gut gesonnen. Nicht neutral. Nicht distanziert. „Dein Wohlwollen ist spürbar — auch ohne ein einziges Wort." Das ist die wohltuendste Haltung, die ein Mensch dem anderen anbieten kann.
Die Wissenschaft dahinter

93 % der Kommunikation läuft nicht über die Worte.

Wenn du nur die Wörter hörst, hörst du 7 % von dem, was dein Gegenüber gerade sagt. Den ganzen Rest übersetzt er über Stimme, Tonlage und Körper. Wer nur zuhört, übersetzt nur den kleinsten Teil. Wer hinhört, empfängt den ganzen Menschen.

Worte
7 %
Tonlage
38 %
Körper, Mimik
55 %

Mehrabian-Regel² — anwendbar besonders dort, wo es um Emotion und Beziehung geht.

„Wer zuhört, empfängt Worte. Wer hinhört, empfängt Menschen."

— Wolfgang Reichl-Furthner

„Spiegelneuronen sind die biologische Grundlage von Empathie. Sie feuern, wenn wir jemanden beobachten — und wenn der andere uns wahrnimmt."

— Forschung Rizzolatti et al., Parma, seit 1992

„Dein Wohlwollen ist spürbar. Auch ohne ein einziges Wort."

— Wolfgang Reichl-Furthner

Eine Mini-Übung für heute Abend

60 Sekunden. Eine Person. Und du wirst spüren, was sich verändert.

Wolfgang gibt sie in jeder Live-Ausbildung. Sie wirkt unspektakulär. Und ist eine der intensivsten Erfahrungen, die viele Teilnehmer:innen je mit einem anderen Menschen hatten.

  1. 1 Such dir eine Person. Partner:in, Kind, Freund:in. Jemand, der dir wichtig ist.
  2. 2 60 Sekunden — du sagst nur Gutes über sie. Komplimente. Was du an ihr schätzt. Was sie für dich bedeutet. Die andere Person sagt nichts. Tut nichts. Nimmt nur an.
  3. 3 Tauscht. Jetzt sagt sie 60 Sekunden Gutes über dich. Du hörst hin. Du sagst nichts. Du nimmst an.
  4. 4 Eine Frage danach. „Was hat sich für dich verändert?" Mehr braucht es nicht. Du wirst spüren, was möglich ist, wenn du wirklich hinhörst.
Was du dich gerade fragst

Die ehrlichen Fragen — ehrlich beantwortet.

Heißt das, ich darf im Gespräch gar nichts mehr denken?
Doch. Du darfst alles denken. Aber du entscheidest dich, in dem Moment, in dem der andere spricht, ganz bei ihm zu sein — und nicht in deiner Antwort. Wolfgang sagt: „Die Antwort kommt sowieso. Aber sie wird besser, wenn du vorher wirklich hingehört hast."
Aber Notizen sind doch professionell?
Im Coaching-Gespräch eher nicht. Wolfgang ist da klar: „Notizen blockieren diesen Prozess." Du schaust aufs Papier statt in das Gesicht. In Seminaren ist das anders. Und wenn du im Gespräch wirklich etwas festhalten willst — frag, hol dir die Zustimmung deines Gegenübers, mach kurz die Notiz und kehr zurück.
Was, wenn ich gerade einfach keine Zeit habe?
„Hinhören ist eine Entscheidung." Wenn du gerade keine Zeit hast, sag es ehrlich: „Ich bin gerade nicht ganz da. Können wir später reden?" Halbherziges Zuhören schadet mehr als ehrlich verschobenes Gespräch.
Geht es ohne Augenkontakt?
Schwer. Wolfgang: „Blickkontakt ist keine Option, das ist Grundvoraussetzung." Wer wirklich hinhört, schaut den anderen an. Ohne Klapperschlangen-Starre — aber wach, bei der Sache, da.
Ist Hinhören eine Eigenschaft oder kann man das lernen?
Lernen. Trainieren. Wieder vergessen. Wieder dranbleiben. „Hinhören ist kein Talent — es ist eine Entscheidung, die du jeden Moment neu treffen kannst." Genau das machen wir in der Mentaltrainer-Ausbildung Schritt für Schritt zu einem inneren Standard.
Hinweis zur Einordnung
Diese Seite und das Webinar zeigen Wolfgangs Erfahrung als Mentaltrainer und Ausbildungsleiter. Es ist keine Therapie und ersetzt kein ärztliches oder psychologisches Gespräch. Bei seelischen Belastungen bitte zuerst mit Hausarzt, Psychotherapeut oder offiziellen Beratungsstellen sprechen.
Drei Wege weiter

Wenn du nicht weiter an Menschen vorbeireden willst.

Hinhören ist ein Muskel. Die Erkenntnis allein verändert nichts. Hier sind drei Wege, je nachdem, wie tief du einsteigen willst.

Erleben · Live
Mentaltraining Basismodul 1
€4982 Tage · Modul 1 der Ausbildung
Wolfgang live. Eugendorf bei Salzburg, Seminarhotel Gastag. Im Raum mit echten Menschen — genau dort, wo Hinhören am stärksten spürbar wird. Die 4 S, mit denen du dich selbst und andere wieder klarer wahrnimmst.
Zu Basismodul 1 →
Üben · 90 Tage
90-Tage-Transformation
€349
Eine Erkenntnis verändert nichts — Wiederholung verändert alles. 90 Tage, Schritt für Schritt begleitet. Genau das, was wir hier angerissen haben — diesmal als tägliches Training, das wirklich dran bleibt.
Zur 90-Tage-Transformation →
Weitergeben · Ausbildung
Ausbildung Mentaltraining
ab €1.998
„Dein Präsentsein ist die erste Intervention. Echter Kontakt entsteht vor jeder Technik." Wenn du selbst Menschen begleiten willst — als Mentaltrainer:in, die wirklich hinhört. Die Blaupause für den Weg in die Selbständigkeit.
Zur Ausbildung →
Wolfgang Reichl-Furthner — Mentaltrainer
Wer steht dahinter

Wolfgang Reichl-Furthner — seit 20 Jahren Mentaltrainer.

30 Jahre Erwachsenenbildung. 20 Jahre Mentaltrainer. 350+ ausgebildete Diplom-Mentaltrainer:innen seit 2007. Keynote-Speaker, Inhaber des RE-agieren Instituts für Mentaltraining.

Er sagt von sich: „Ich bin selbst nicht damit auf die Welt gekommen. Ich hab meinen Chef zum Schreien gebracht. Ich hab Kollegen verloren. Und genau aus diesen Lehrstunden ist das geworden, was ich heute über Hinhören weiß." Heute begleitet er angehende Mentaltrainer:innen genau darin — präsent zu sein, bevor sie irgendeine Technik einsetzen.

350+ Dipl. Mentaltrainer:innen Seit 2007 Österreich

Eine Frage für heute Abend.

„Hör heute Abend einem Menschen wirklich hin und spür, was das bewirkt." — So endet Wolfgangs Webinar. Wenn du den Weg nicht alleine gehen willst, schau dir die Mentaltrainer-Ausbildung an. Genau dafür gibt es sie.

Zur Mentaltrainer-Ausbildung →
350+ Diplom-Mentaltrainer:innen seit 2007