„Bringt Mentaltraining wirklich was?" Frag den Mann, der Menschen in die Box der Weltmeister bringt.
2018 saß Ronny Müller das erste Mal in Wolfgangs Seminar — ein Diplom-Ingenieur im Landesdienst, sicher angestellt und innerlich längst woanders. Heute hat er einen MotoGP-Permanentpass, fährt 18.000 Kilometer pro Saison durch Europa und nimmt Menschen mit dorthin, wo sonst niemand hinkommt. Kein Versprechen. Ein Werdegang.
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Wolfgang setzt sich mit ehemaligen Teilnehmer:innen zusammen, statt Werbeversprechen zu machen. Ronny war ab 2018 da — fünf-, sechsmal. Was ist daraus geworden? Ein Gespräch, das 26 Minuten gedauert hat und sich wie zehn angefühlt hat. Ronnys erster Satz: „Let's start the party."
Der häufigste Grund, etwas nicht zu ändern, ist selten Faulheit. Meistens ist es Vernunft — jedenfalls sieht sie so aus. Ronny hatte jeden dieser Sätze, und zwar jahrelang.
Ronny beschreibt im Interview, wie ihn das Piepsen des Weckers noch Jahre später im Traum eingeholt hat. „Morgen muss ich doch wieder um acht im Büro sein." Er sagt aber auch, dass es gute Jahre gab. Beides stimmt gleichzeitig — und genau das macht das Bleiben so einfach.
Ronny Müller beginnt mit einer Lehre bei der Straßenmeisterei in der Südsteiermark. Er erzählt es im Interview beiläufig: „Ich bin wirklich im Winter mit einem Eimer voll Wasser gegangen und hab Straßenmarkierungspflöcke gewaschen." Danach studiert er, schließt als Diplom-Ingenieur ab und arbeitet im Landesdienst an Baustatik.
2011 verunglückt er schwer mit dem Auto. Was danach kam, beschreibt er nüchtern: 16 Tage Tiefschlaf, zwei Hirnblutungen, ein langer Weg zurück — begleitet von Ärzt:innen und Therapeut:innen. Schreiben, rechnen, essen: alles noch einmal.
Er kommt zurück. In dieselbe Arbeit. Und stellt fest, dass das Zurückkommen nicht die ganze Frage war. Es folgen Jahre, in denen er bleibt, obwohl es nicht passt. 2018 schicken ihn zwei Freunde zu Wolfgang ins Seminar — sieben Jahre nach dem Unfall, aus einem ganz anderen Grund.
Die zwei Freunde sind übrigens keine Unbekannten: Karin Bergmann und Helmut Bolesch — Folge 01 und Folge 02 dieser Reihe. „Ronny, jetzt ist es soweit", haben sie gesagt. „Du darfst dich mal mit dir selbst befassen."
Wenn man Ronny fragt, was aus dem Seminar bei ihm hängen geblieben ist, kommt keine Methode und keine Technik. Es kommt ein Bild — und eine Frage, die daraus folgt.
Wenn man an einen pinken Elefanten denkt, ist man deswegen keiner. Der Gedanke ist da — man ist er aber nicht. Ronny zieht daraus einen Schluss, den er bis heute benutzt: „Hey, ich bin nicht mein Gedanke. Und das, was mir eingespielt wird, das sind alte Erfahrungen aus der Vergangenheit."
Das klingt klein. Für jemanden, der jahrelang gedacht hat „so etwas kündigt man nicht" und „dafür bin ich nicht der Typ", ist es der Unterschied zwischen einem Urteil und einem Satz, den man auch mal überprüfen darf.
Wolfgang selbst wird an dieser Stelle im Gespräch ausgesprochen unpathetisch:
Nichts davon ist spektakulär. Alles davon ist Seminarinhalt — und Ronny erzählt es acht Jahre später, ohne nachdenken zu müssen.
Tribünenkarten kann jeder kaufen. Was Ronny hat, ist ein Permanentpass: Zutritt dorthin, wo die Teams arbeiten. Diese Bilder sind an ganz normalen Renn-Wochenenden entstanden.
Die auf diesen Fotos abgebildeten weiteren Personen stehen in keiner Verbindung zu RE-agieren oder zu Insider Tours und geben keine Empfehlung ab. Es handelt sich um zufällige Begegnungen im Rahmen von Renn-Wochenenden. Bildrechte bzw. Verwendungsfreigabe: Ronny Müller.
Ronny Müller führt Menschen ins Fahrerlager der Motorrad-Weltmeisterschaft. Nicht auf Tribünenplätze, die man überall kaufen kann — sondern dorthin, wo die Teams arbeiten: in die Box, an die Technik, in dieselbe Hospitality, in der auch die Fahrer frühstücken.
Er hat dafür einen Permanentpass und ist eine ganze Saison lang unterwegs — Jerez, Le Mans, Assen, Brünn, Mugello. 95 Prozent seiner Gäste stehen zum ersten Mal dort.
Neben MotoGP organisiert er auch andere Motorsport-Events und Premium-Reisen. Sein Sitz ist Gamlitz in der Südsteiermark.
insider-tours.at ansehen →Ronny hat mit dem Seminar angefangen — und ist dabei geblieben. Fünf, sechs Mal. Das ist auch der Weg, den wir hier zuerst empfehlen.
Wolfgang führt das RE-agieren Institut für Mentaltraining in Österreich und bildet seit 2007 Mentaltrainer:innen aus — mittlerweile über 350 Diplom-Absolvent:innen.
Mit Ronny verbindet ihn mehr als das Seminar: Sie haben in den schwierigen Jahren oft telefoniert. Ronny nennt das im Interview beim Namen — Wolfgang habe ihn „aus dem Sog des Gedankenstroms rausgeholt". Wolfgang selbst nennt es trocken „Gratis-Coaching".
In der Reihe AUFGEGANGEN setzt er sich mit ehemaligen Teilnehmer:innen zusammen und stellt jedes Mal dieselbe Frage: Bringt's was? Ohne Skript, ohne abgesprochene Antworten.
Ronnys Leidenschaft war seit 1996 da. Verändert hat sich nur, was er ihr zugetraut hat. Basismodul 1 ist der Ort, an dem er angefangen hat.
Basismodul 1 ansehen →Jede Folge ist ein Mensch, der vor Jahren bei Wolfgang in der Mentaltraining-Ausbildung oder im Seminar war. Und jedes Mal dieselbe Frage: Hat das eigentlich etwas gebracht?