Bernhard Schiemer hat Mentaltraining nicht geglaubt. Zu wenig greifbar. Er ist deshalb extra nach Deutschland gefahren, um sich vorher ein Seminar anzuschauen. Und saß dort und dachte sich, wovon die eigentlich alle reden. Ein Satz am Schluss hat ihn im Zug nach Hause nicht mehr losgelassen. 2017 hat er bei Wolfgang angefangen.
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Wolfgang setzt sich für diese Reihe mit Menschen zusammen, die vor Jahren bei ihm in der Ausbildung waren, und stellt die unbequemste Frage, die es gibt: Hat das eigentlich etwas gebracht? Sein eigener Satz dazu im Video: „Es sind ja oft Leute total skeptisch zum Thema Mentaltraining gegenüber.“ Bernhard war einer davon, und zwar so gründlich, dass er erst einmal in ein anderes Bundesland gefahren ist, um sich zu vergewissern.
Die meisten Interviews mit Absolventinnen und Absolventen erzählen von jemandem, der offen war und gesucht hat. Dieses nicht. Bernhard war der, der zuerst einmal Beweise wollte und der bis heute sagt, dass es danach nicht glatt gelaufen ist. Genau deshalb ist sein Urteil brauchbar.
Bernhard wollte nichts kaufen, was er nicht einschätzen kann. Also ist er extra nach Deutschland auf ein Mentalseminar gefahren, nicht zu Wolfgang, zu einem anderen Anbieter, nur um sich das einmal anzusehen. Im Saal hat es ihn nicht abgeholt. Sein Gedanke dort, wörtlich: „Von was reden die alle?“
Am Schluss sagte der Referent etwas, das hängen blieb. Er solle einmal nachdenken, was seine Gedanken eigentlich machen. Bernhard ist mit dem Zug heimgefahren und hat auf der ganzen Strecke daran gedreht.
Zu Hause hat er gesucht, wer in seiner Nähe eine Mentaltrainer-Ausbildung macht. Wolfgangs Seite war dabei. Er hat angerufen und sofort gebucht. Nicht zögernd, sondern in einem Zug: „Ich habe genau gewusst, das will ich jetzt machen. Weil wenn ich es jetzt nicht mache, dann mache ich es nie.“
Wolfgang erinnert sich im Gespräch, dass ihn genau das überrascht hat. Die meisten fragen viel und sind unsicher, was er ausdrücklich gut findet: „Ich finde es total gut, wenn jemand hinterfragt.“ Bernhard hat nicht gefragt. Er hat entschieden.
Es gibt in diesem Gespräch eine Stelle, an der Bernhard beschreibt, warum ihn das Seminar erwischt hat, obwohl er dagegen war. Angenehm war es nicht. Er ist nur nicht mehr rausgekommen, ohne dass sich etwas bewegt. Er sagt, sein Kopf habe zwischendrin überhaupt nicht gewusst, wohin: nichts versauen wollen, aber auch nicht draußen bleiben. Und irgendwann hat er sich entschieden, ganz mitzumachen.
Kein Konzept-Vokabular, keine Modelle. Sätze, wie sie im Gespräch gefallen sind, von Bernhard und von Wolfgang.
Bernhard Schiemer ist heute Hypnotiseur und Hypnose-Ausbilder in Seewalchen am Attersee. Er betreibt die Austrian Hypnosis Academy und gibt dort Ausbildungen in Präsenz und online. Seine eigene Beschreibung im Gespräch: „Ich mach jetzt nonverbale Hypnose, das Ganze nennt sich Mesmerismus.“
Wie er dorthin gekommen ist, sagt er selbst: Nach der Mentaltrainer-Ausbildung habe es ihn weitergezogen. „Es war wie ein Sog, es hat mich in die Richtung gezogen.“ Er hat sich weitergebildet, in einer dieser Ausbildungen einen anderen Teilnehmer kennengelernt, und die beiden sind irgendwann draufgekommen, dass sie beide bei Wolfgang waren. Der andere war zum Zeitpunkt des Gesprächs gerade selbst in Wolfgangs Ausbildung.
Und dann ist da noch die Geschichte, die er im Gespräch am liebsten erzählt: Eine Klientin von ihm war im Urlaub in der Dominikanischen Republik und hat dort einer Einheimischen von ihm erzählt. Die hat ihre Sachen gepackt, ist nach Salzburg geflogen und hat ihn gesucht. Bernhards Kommentar dazu: „Es war wahnsinnig.“
Was als Nächstes kommt, ist eine Zusammenarbeit mit einer Kollegin, die ebenfalls bei Wolfgang die Ausbildung gemacht hat, und langfristig eine eigene Schule, online, mit Retreats. Wolfgangs Reaktion darauf im Video, knapp: „Gute Sache, ist eine gute Sache.“
Am Ende jeder Folge dieser Reihe steht Wolfgangs Empfehlung für den Gast. Bei Bernhard fällt sie kurz aus und ohne Umschweife: „Wirklich toi, toi, toi, alles Gute, dass das auch richtig gut funktioniert.“
Bernhard Schiemer ist Hypnotiseur und Hypnose-Ausbilder. Über die Austrian Hypnosis Academy gibt er Ausbildungen in Präsenz und online.
austrian-hypnosis-academy.com →Bernhard hat sich damals nicht überreden lassen. Er ist extra in ein anderes Land gefahren, hat sich hingesetzt und selber geschaut, ob da überhaupt was dran ist. Das finde ich bis heute die richtige Art, so eine Sache anzugehen.
Nur: Die Fahrt war die aufwendige Variante. Heute reicht dafür ein Telefonat.
Wenn es bei dir irgendwas gibt, das seit Jahren gleich läuft, und du merkst beim Zuschauen, dass du das eigentlich so nicht mehr willst, dann musst du dafür nicht gleich in einen Zug steigen, sondern nimmst dir die fünfzehn Minuten und wir reden.
Mentaltrainer, Inhaber des RE-agieren Instituts für Mentaltraining. Seit 2007 bildet er Mentaltrainer:innen aus. Über 350 haben inzwischen ihr Diplom.
Was er dabei ausdrücklich nicht will, sagt er in diesem Gespräch deutlich: „Man braucht mich kein zweites Mal. Einmal ist genug.“ Sein Anspruch ist ein anderer: dass jemand seinen eigenen Weg gehen kann. Sein Bild dafür: „Das heißt nicht, dass ich alle Steine aus dem Weg räume. Aber sie sind auf einmal zu bewältigen.“ Und: „Ich hab, glaub ich, das Händchen dafür, die idealen Bausteine zur Verfügung zu stellen.“
Die Reihe AUFGEGANGEN ist der Versuch, die eigene Arbeit ehrlich zu prüfen: Er setzt sich mit Menschen zusammen, die vor Jahren bei ihm waren, und fragt sie, was davon übrig ist. Das Wort selbst hat er gewählt, weil er es bei seinen Teilnehmern gesehen hat: „Manchmal auch eine Erkenntnis, wo man sagt: Oh wow, jetzt hab ich was verstanden.“
Bernhard hat sich für seine Antwort in einen Zug gesetzt und ist in ein anderes Land gefahren, bevor er irgendwo zugesagt hat. Wenn dich an diesem Gespräch eine Stelle erwischt hat, dann fang kleiner an als er. Fünfzehn Minuten am Telefon kosten dich nichts, und den Termin suchst du dir selber aus.
Termin aussuchen →Jede Folge ist ein Mensch, der vor Jahren bei Wolfgang in der Mentaltraining-Ausbildung oder im Seminar war. Und jedes Mal dieselbe Frage: Hat das eigentlich etwas gebracht?